Basel Sinfonietta
Baldur Brönnimann | Dirigent
N.N. | Licht


Michael Jarrell
...Le ciel, tout à l'heure encore si limpide, soudain se trouble horriblement... (2009)
für Orchester

Georg Friedrich Haas
Joshua Tree (2020)
für Orchester
Kompositionsauftrag von der Kölner Philharmonie (KölnMusik) und Festival MUSICA Strasbourg
Uraufführung

Pause

Harrison Birtwistle
Deep Time (2016)
für Orchester

Pause gegen 19:45 | Ende gegen 20:30
Das Raumerlebnis im Konzertsaal wird bei diesem Konzert durch eine besondere Lichtgestaltung eine zusätzliche Facette erhalten.

Das Konzert im Radio: Montag, 18.05.2020, 20:04, WDR3 Konzert


18:00 Uhr, Konzertsaal:


Unterstützt von Pro Helvetia

KölnMusik


»Der Himmel, eben noch so klar, wird plötzlich furchtbar trübe.« Dieses Zitat aus Lukrez’ Lehrgedicht »De rerum natura« drückt die Empfindung des Irrealen aus, die man in den Schlüsselmomenten von Michael Jarrells Werken oft erlebt. Quirlige Aktivität weicht unvermittelt tiefen, ruhigen Klängen, die es scheinbar schon immer gab. War das Vorangegangene nur eine Illusion? Oder gleiten wir umgekehrt erst jetzt in einen Traum?
»Deep Time« – so sprechen Geologen vom unvorstellbar langsamen Prozess der Erosion und Sedimentierung, der unsere Erde formte. Unterbrochen wurde er von seismischen Katastrophen, die mitunter älteste Gesteinsschichten neben jüngste warfen. »Eine Zeit hat sich in die andere entladen«, sagt Harrison Birtwistle, der in seinem Orchesterwerk musikalische Entsprechungen zu solchen Phänomenen sucht.
Zwischen Jarrell und Birtwistle ist Georg Haas’ neues Werk passend platziert. Es entsteht nicht im Komponierstübchen, sondern unter freiem Himmel, im südkalifornischen Joshua-Tree-Nationalpark, und mag daher Einflüsse von Meteorologie und Geologie, Wetter und Landschaft in sich vereinen.