ACHT BRÜCKEN Freihafen

Zu den Konzerten

Ein ganzer Tag Musik bei freiem Eintritt

Der Freihafen gilt als Schaufenster des ACHT BRÜCKEN-Festival-programms, als sein klingendes Programmheft, seine Light-, Kurz- oder Kompaktversion. Aber gerade in diesem Jahr wird deutlich, dass es hier auch noch um etwas anderes geht. Der Freihafen ist ein eigenes Kon-zertformat, und das unter sehr spezifischen Rezeptionsbedingungen. Die einzelnen Stationen treten in Resonanz zueinander. Höreindrücke reichen unmittelbar hinein in eine nächste Veranstaltung, bleiben plastisch und schaffen übergreifende Zusammenhänge, zeitnah und en bloc. Querver-bindungen zwischen einzelnen Aufführungen, Analogien, komplementäre oder auch kontroverse Perspektiven lassen sich spontan über das Kurzzeit-gedächtnis ermitteln, ohne erst aus dem Langzeitdepot zurückliegender Erinnerung zum Vergleich herangezogen zu werden. So gelingt im Tages-verlauf eine selten eindringliche thematische Verdichtung. Die musikalische Zeitreise des Ensembles Constantinople mit »… cette ville étrange« setzt sich (Welt)raumgreifend fort im galaktischen »Leuchtstoffraum« von Julian Rohrhuber und Volker Ossenkopf-Okada oder den »Erinneränderungen« von Marcel Sijm und Niels Vermeulen. Das cross-culture-Projekt MASAA trifft auf interkulturell inspirierte neue Werke von Malika Kishino, Robert HP Platz und Peter Eötvös. Und alles geht irgendwie auf, klingt irgendwie an im Roten Rauschen des Trio Ruído Vermelho. Übergänge werden fließend, Unterschiede verschwimmen, Disparates tritt in Beziehung zueinander, offen und ohne Zeitverzug. Und damit es nicht ausgerechnet beim Thema Amnesie in Vergessenheit gerät: Der Besuch der Freihafen-Konzerte ist kostenlos.