Bochumer Symphoniker
Steven Sloane | Dirigent
Magdalena Klein | Dirigentin


Charles Ives / Johnny Reinhard
Universe Symphony (1915–28)
Bearbeitung für multiple Orchester (1993–96)

keine Pause | Ende gegen 21:10

Ort: Sartory Saal

Das Konzert im Radio: Donnerstag, 21.05.2020, 20:04, WDR3 Konzert


Gefördert von der Kunststiftung NRW

ACHT BRÜCKEN gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern


Mit sinfonischen Mitteln die ganze Welt in Töne fassen – diese größenwahnsinnige Idee lag um die Wende zum 20. Jahrhundert offenbar in der Luft. 1915 verfiel ihr auch Charles Ives: Inspiriert durch die Philosophie der amerikanischen Transzendentalisten plante er nichts Geringeres als ein musikalisches Schöpfungsgemälde – von urzeitlichen Anfängen über die Evolution der Natur und der Menschheit bis zu ihrer künftigen Erhebung in rein geistige Sphären. Über viele Jahre arbeitete er an seinem ehrgeizigsten Projekt, dessen Fertigstellung seine Kraft schließlich überforderte.
Dank Johnny Reinhards überzeugender Aufführungsfassung von 1996 können wir das Werk dennoch erleben: seine komplexen, von zwei Dirigenten koordinierten Polyrhythmen und Mikrotonstrukturen, die außergewöhnliche, ziemlich schlagzeuglastige Instrumentierung, den »Erd-Akkord« der Bässe und den majestätischen »Pulsschlag des Kosmos«. Als Welt-Schöpfer musste Ives wohl scheitern, doch seine »Universe Symphony« zeigt ihn als kühnen Visionär und unermüdlichen Experimentator.