Totenhagen
Laura Totenhagen | voc
Felix Hauptmann | p
Stefan Schönegg | b
Leif Berger | dr


Yonic - Von kleinen Welten und großen Herzen

Aufnahme aus dem WDR Funkhaus Wallrafplatz vom 29.04.2020.


Die ACHT BRÜCKEN Lounge wird ermöglicht durch den Spezialchemie-Konzern LANXESS.

ACHT BRÜCKEN


»Yonic« hat die Kölner Sängerin Laura Totenhagen das zweite Album ihres schlicht nach ihrem Nachnamen benannten Quartetts genannt. Der Titel geht auf den tantrischen Begriff »Yoni« zurück, dem im Hinduismus Indiens als heilig geltenden Symbol des weiblichen Geschlechts. Die vier jungen Kölner Musikerinnen und Musiker deuten dieses Symbol allerdings als »Klang oder Quelle, Ursprung oder Schöpfung«.
Der Dualismus, der sich in dieser Interpretation zeigt, steht auch im Mittelpunkt des Repertoires dieses Quartetts. Die Sängerin hat diesmal nicht ausschließlich, aber dennoch hauptsächlich Verse der 1952 geborenen, chinesischen Dichterin Shu Ting vertont und deren mit kraftvollen, ausdrucksstarken Naturmetaphern ausgestatteter Lyrik durch ihre jazzmusikalische Umsetzung weitere, nonverbale Bedeutungsebenen eröffnet.
Die Musik ist stilistisch divers, sie lässt einerseits Raum zur eigenen Interpretation, gibt aber andererseits oftmals eine bestimmte Richtung vor, wie die Gedichte auch ausgelegt werden können. Totenhagens wandlungsreiche Stimme – ihr emotionales Timbre – überbrückt im antizipierenden Zusammenspiel mit den Musikern ihres Quartetts Gegensätze, arbeitet diese aber ebenso deutlich heraus und liefert somit neue Interpretationsansätze für die Verse Shu Tings.