Antoine Tamestit | Viola
Alja Velkaverh-Roskams | Flöte
Blaž Šparovec | Klarinette
Natalie Chee | Violine
Bonian Tian | Violoncello
Alexander Schubert | Schlagzeug
Megumi Hashiba | Klavier
Patrick Hahn | Moderation


Morton Feldman
The Viola in My Life 1 (1970)
für Flöte, Schlagzeug, Klavier, Violine, Viola (solo) und Violoncello

Morton Feldman
The Viola in My Life 2 (1970)
für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Celesta, Violine, Viola (solo) und Violoncello

Morton Feldman
The Viola in My Life 3 (1970)
für Viola und Klavier

Johann Sebastian Bach
Prélude (1720)
aus: Suite für Violoncello solo Nr. 1 G-Dur BWV 1007

Paul Hindemith
Rasendes Zeitmaß. Wild. Tonschönheit ist Nebensache (1922)
aus: Sonate für Viola solo op. 25,1

Tristan Murail
C’est un jardin secret, ma sœur, ma fiancée, une fontaine close, une source scellée ... (1976)
für Viola solo


Das Konzert im Radio: Freitag, 20.05.2022, WDR3 Konzert, 20:04


Gürzenich-Orchester Köln

Lässt sich ein Instrument wirkungsvoller in Szene setzen? In Feldmans insgesamt vierteiligem Zyklus ist die Viola in einen wechselnden kammermusikalischen Kontext platziert. Sie ist dabei durchweg tonangebend, im metaphorischen wie auch im kompositorischen Sinn. Ihr Klangcharakter entscheidet über musikalische Parameter wie Tonhöhe, Dauer und Klangvolumen, keine narrative Intention des Autors oder die Genrekonventionen des Solistenkonzerts. Die Vorgaben der Partitur modulieren nur die Mikrostruktur der Klangfläche, eine Folge kleinteiliger Muster, die stetig variieren und ineinander übergehen, ohne eine umfassende Form auszubilden. 

Dieser abstrakte Expressionismus, wie ihn Feldman visuell in den Werken von Mark Rothko, Jackson Pollock oder Willem de Kooning vorgebildet fand, stellt außergewöhnliche Ansprüche an die Interpreten. Ohne das Gerüst einer übergreifenden themenbasierten Dramaturgie gilt es, allein in minimalistischen klanglichen, rhythmischen und dynamischen Nuancen einen fragilen Spannungsbogen aufzuspannen.