Daniel Gloger | klavierspielender Countertenor (Schreber)
Kölner Vokalsolisten
Natasha Goldberg | Sopran
Theresa Klose | Sopran
Katharina Georg | Alt
Leonhard Reso | Tenor
Fabian Hemmelmann | Bariton
Christian Walter | Bass
Ensemble Ruhr
Susanne Blumenthal | Dirigentin
Marcus Schmickler | Live-Elektronik
Lydia Ramos | Video
Michael Ostrzyga | Einstudierung Kölner Vokalsolisten


Marcus Schmickler
Schreber Songs
Kammermusik mit szenischen Elementen und Live-Elektronik
Kompositionsauftrag von ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.
Uraufführung


Ende gegen 18:00


Das Konzert im Radio: Mittwoch, 25.05.2022, WDR3 Konzert, 20:04

Gefördert durch die Kunststiftung NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen


ACHT BRÜCKEN

In der Erinnerung werden alle Stimmen zu inneren Stimmen, ob sie ursprünglich einmal real oder von Anfang an nur eingebildet waren. Der Kölner Komponist Marcus Schmickler befasst sich mit dem Thema anhand der »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken«, so der Titel einer auch ganz wahrhaftig und tatsächlich äußerst denkwürdigen Zustandsbeschreibung, mit der anno 1907 Daniel Paul Schreber, Senatspräsident am Dresdner Oberlandesgericht und Sohn des Begründers der nach ihm benannten deutschtypischen Kleingärtnerkultur, mit Erfolg seine Entmündigung anfechten konnte. Schmickler hat Schrebers fantastisches Weltbild in ein musikalisches Setting aus Chor und Instrumentalisten übertragen. Eine Psychose in systemischer Ensembleaufstellung? Musikalisches Refraiming einer historischen Krankengeschichte? Mit dem Chor als Repräsentant der inneren Stimmen und einem singenden Pianisten in der Schreber-Rolle? Eine kompositorische Expedition in die Grenzregion zwischen Wahn und Wirklichkeit.