Emily Hindrichs | Sopran
WDR Sinfonieorchester
Cristian Măcelaru | Dirigent
Michael Struck-Schloen | Moderation


Sofia Gubaidulina
Stimmen... verstummen... (1986)
Sinfonie in zwölf Sätzen für Orchester

Preisverleihung: »Preis der deutschen Schallplattenkritik« durch Eleonore Büning

Pause

Liza Lim
Annunciation Triptych (2019–22)
für Sopran und Orchester
Kompositionsauftrag von WDR, BR, SWR und BBC
Uraufführung


Ende gegen 22:30


Das Konzert im Radio: Freitag, 29.04.2022, 20:04, WDR3 Konzert LIVE


Westdeutscher Rundfunk

Großformatige Werke zweier Komponistinnen begegnen sich im ACHT BRÜCKEN-Eröffnungskonzert des WDR Sinfonieorchesters. Sofia Gubaidulina, in der Sowjetunion der Stalinzeit geboren, verstand Komponieren immer als religiösen Akt. In ihrer zwölfsätzigen Sinfonie »Stimmen… verstummen… « repräsentieren die ungeraden Sätze das Ewige oder einen inneren Klangraum, die geraden das Irdische, die zielgerichtete dynamische Entwicklung in der Zeit. Während die geraden Sätze immer länger werden, verkürzen sich die ungeraden bis zum Kulminationspunkt des neunten Satzes – einer stillen Kadenz des Dirigenten. Für Liza Lim, die als Tochter chinesischer Eltern in Australien aufwuchs und zeitweise in Europa lehrte, sind Beziehungen unterschiedlicher Kulturen ein Lebensthema. Ihr »Annunciation Triptychon: Sappho, Mary, Fatimah«, das nach Fertigstellung des dritten Teils erstmals vollständig erklingt, schlägt einen weiten Bogen von der griechischen Dichterin Sappho über die jungfräuliche Gottesmutter Maria bis zu Fatima, der Tochter des Religionsstifters Mohammed. Lim versteht die Geschichten der drei Frauen als Kommentare zu ökologischen, spirituellen und transkulturellen Themen unserer Zeit.