Malika Kishino | Meditationsleitung
Moritz Koch | Percussion


Klangkontemplation


Ende gegen 20:00




ACHT BRÜCKEN

Kontemplation ist ein im Lauf der Philosophiegeschichte viel diskutierter, mit wechselhafter Bedeutung besetzter Begriff. Ein Streben nach Ruhm, Macht und Vermögen galt schon Pythagoras als nachrangig gegenüber dem Erlangen von tieferer Erkenntnis und letzter Wahrheit. Und auch spätere Denker gaben meist der Contemplatio den Vorzug vor der Actio, dem Beschaulichen vor dem Umtriebigen und Geschäftigen. Den Wesensgehalt eines Phänomens über seine unvoreingenommene Anschauung zu erfassen, frei von erkenntnisleitenden Interessen und abseits vorurteilender Standpunkte, ist nur dem Vokabular nach auf den Gesichtssinn beschränkt. Auch in einem Klang kann man meditativ versinken, losgelöst von äußeren Bezügen, von Sinn- und Zweckzuschreibungen, von Moden und Traditionen. Musik als Kunst des absichtslosen Augenblicks erleben, eines jeden Augenblicks – keine leichte Übung in Zeiten von Selbstoptimierung, Businessplänen und Frühbucherrabatt. Die in Köln ansässige japanische Komponistin Malika Kishino gibt eine Anleitung.